Welche Führungskompetenzen werden in der Zukunft gebraucht?

Dieser Blogartikel fällt in das Themengebiet Führung, dass mir sehr am Herzen liegt. Denn ich habe in meiner eigenen Führungstätigkeit erlebt, wie wichtig es ist, vertrauensvoll miteinander zu arbeiten. Ich verstehe es als eine Kernaufgabe der Führung, Menschen in ihrem Entwicklungsprozess als  zu unterstützen, indem ihnen Aufmerksamkeit und Anerkennung geschenkt und gleichzeitig der Spaß an der Arbeit vermittelt wird. Empathie und Respekt sich für mich eine Selbstverständlichkeit.

 

Deshalb habe ich mit Freude den Impuls von Barbara Mira Jakob aufgegriffen, welche in ihrer Blogparade fragt: "Warum ist Female Leadership mit weiblichen Werten wichtig" und habe dazu diesen Blogartikel verfasst.


Als meine berufliche Karriere begann, war ich im Angestelltenverhältnis tätig und hatte nach 1,5 Jahren in einer Bank die Möglichkeit, in ein anderes Unternehmen zu wechseln. Für mich war dort nicht nur das Unternehmen neu, sondern auch die Art, wie dort geführt wurde.

Es ist ein großer Unterschied, in einem internationalen Konzern zu arbeiten oder in einem inhabergeführten Unternehmen. Das einmal vorab. Mein neuer Arbeitgeber wurde kurz vorher an eine Gruppe verkauft und befand sich im Transformationsprozess.

Einhergehend mit neuen Strukturen, neuen Anforderungen und neuen Prozessen findet oft auch ein Wandel in der Belegschaft und der Unternehmenskultur statt. Mitten in diesen Prozess der Veränderung bin ich als neuer Mitarbeiter hineingekommen und habe die Transformation miterlebt.

 

Die Mitarbeiter waren bis dato einen autoritären Führungsstil gewöhnt. Ich möchte keinen Führungsstil bewerten, denn wichtig ist, dass er funktioniert. In meinen Augen ist es nicht hilfreich, die Augen über eine bestimmte Art der Führung zu rollen, denn jeder Mensch hat die Möglichkeit zu wählen, wie bzw. zu welchen Bedingungen er arbeiten möchte. Wem der autoritäre Stil nicht liegt, sollte sich für ein anders geführten Unternehmen entscheiden.

 

Jedenfalls habe ich den Switch von autoritär zu Laissez-faire erlebt. Wer sich ein wenig mit Führungsstilen auskennt, weiß, dass der Spagat größer nicht sein könnte.

 

Stell dir vor, du kommst aus der Welt des autoritären Führungsstils und bist es gewohnt, dass die Führungskraft im Unternehmen alle Entscheidungen allein fällt, ohne die Mitarbeiter einzubeziehen. Es gibt zwischen den beiden genannten Führungsstilen diverse andere, die sich hinsichtlich der Ausprägungen von Mitspracherecht, Entscheidungsspielraum, Entscheidungsfindung und Verantwortung differenzieren.

 

Der Laissez-faire-Ansatz beinhaltet das Maximum an freiem Handeln innerhalb der vorgegebenen Grenzen. Ein Mitarbeiter trifft innerhalb seines Rahmens alle Entscheidungen und trägt damit auch die verbundene Verantwortung.

 

Was jetzt furchtbar theoretisch klingt, ist jedoch wichtig zu wissen, um meinen Weg und mein Verständnis von Führung zu verstehen.

Ich glaube, dass die idealen Führungskräfte nicht vom Himmel fallen und es genauso einer inneren Reifung und Schulung bedarf, wie wir uns auch fachliche Kompetenzen aneignen. In diesem Fall geht es jedoch eher um Managementkompetenzen, unter denen ich auch die persönliche Entwicklung verstehe.

 

Wer für sich allein zuständig ist, hat damit oftmals genug zu tun, doch in unserer Gesellschaft gibt es nun einmal Strukturen der Hierarchie.

Hast du dich ganz ordentlich in deinem Job angestellt, fachlich dein Aufgabengebiet gemeistert, analytisches Denkvermögen an den Tag gelegt, Teamfähigkeit bewiesen, zielorientiert und recht umgänglich bist du auch unterwegs, dann bist du bestimmt schon in den Fokus der Personalabteilung gerutscht, die vielleicht demnächst eine Führungsposition nachzubesetzen hat.

Je nachdem wie groß das Unternehmen ist, indem du arbeitest, wirst du vielleicht gut auf deine Rolle vorbereitet und hast intern einen Ansprechpartner, an den du dich mit für dich neuen Fragestellungen vertrauensvoll wenden kannst.

 

Gut, nehmen wir an, du bist gewillt, gut zu führen. 

Was heißt gut führen?

Jetzt kannst du irgendwo nachlesen und dort steht dann: Kompetenzen einer Führungskraft sind folgende:

  • Führungskompetenz
  • Methodenkompetenz
  • Soziale Kompetenz
  • Selbstkompetenz
  • Strategische Kompetenz

Ja, diese Wörter stehen nun im Raum und wollen mit Leben gefüllt werden. Fachlich bist du versiert, sodass dir die Einarbeitung in einen größeren Bereich nicht allzu schwerfallen sollte.

Leadership

Wo lauern die Stolpersteine?

Das große Erwachen findet meist statt, wenn es um die Führungskompetenz geht. Wenn früher noch galt. „Ich bin jetzt Chef und du machst, was ich dir sage.“, dann braucht heute eine Führungskraft vor allem eines: Eine geistige Haltung, mit der sich die Mitarbeiter identifizieren können anstelle ausgefeilter Führungsmethoden.

Wenn du die Möglichkeit hast, Einblick in Mitarbeiterumfragen zu erhalten, dann schau einmal hinein. Als Schwachpunkte erscheinen dort häufig: ungenügende Information, schlechte Kommunikation und fehlende Wertschätzung.

Was liegt dem zugrunde?

Wie gut ist in der jeweiligen Führungskraft die Fähigkeit, Menschen zu führen und weiterzuentwickeln, angelegt? Von einer guten Führungskraft wird erwartet, dass sie die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter erkennt, diese fördert und entsprechend derer die Mitarbeiter einsetzt.

 

Liebe Führungskraft, bitte sei auch kein Fähnchen im Wind. Es wird dir sowieso nicht gelingen, es allen recht zu machen. Denn deine Mitarbeiter erwarten auch von dir konsequentes Handeln und klare Entscheidungen.

 

Nicht immer liegen dir als Führungskraft alle benötigten Informationen vor, sodass du zeitweise Entscheidungen unter Unsicherheit fällen musst. Es kann dir dabei schon einmal passieren, dass du nicht alle Konsequenzen bedacht hast und sich deine Entscheidung im Nachgang als Fehlentscheidung entpuppt hat.

Hast du die Größe, offen und ehrlich damit umzugehen?

Spätestens an dieser Stelle setzt für mich die Vorbildfunktion einer Führungskraft an. Denn nur mit einem angemessenen Verhalten wird eine gesunde Fehlerkultur im Unternehmen entstehen. Ich hoffe, dass diese Sichtweise in immer mehr Unternehmen gelebt wird, damit niemand mehr Angst haben muss, einen Kopf kürzer gemacht zu werden, wenn ihm einmal ein Fehler unterläuft. Wer aus einer solchen Kultur kommt, hat einiges in sich selbst in Bewegung zu setzen, um diese Prägung zu transformieren.

 

In meinen Umfrageergebnissen wurde sichtbar, dass sich immer mehr Mitarbeiter eine menschliche Führungskraft wünschen.

Was vom Wortlaut vielleicht etwas irritieren kann, es geht hierbei nicht um das Thema Mensch versus KI (künstliche Intelligenz), sondern um das Führen mit menschlichen Eigenschaften, zu denen ich vor allem das Begeistern zähle. Denn Menschen wollen inspiriert und begeistert werden und das gelingt dir nur, wenn du es selbst bist. 

 

Fühle dich in Menschen ein und lerne sie und ihre unterschiedlichen Qualitäten kennen. Wir müssen nicht alle so sein wie die anderen, wir dürfen anders sein und wollen genau dafür anerkannt und geschätzt werden.

Schaffe eine Atmosphäre des Vertrauens, indem du deine Mitarbeiter emotional berührst und zwar mit positiven Emotionen wie Freude, Interesse, Stolz und Gelassenheit.

Wer ist die Bessere Führungskraft - Mann oder Frau?

Ich habe bei Instagram diese Frage gestellt: Wer ist die bessere Führungskraft – Mann oder Frau?

Sowohl Männer als auch Frauen haben auf die Frage geantwortet, dass es nicht auf das Geschlecht ankommt, sondern welche Eigenschaften gelebt werden.

Wir alle haben – ganz unabhängig von unserem Geschlecht – Yin und Yang in uns – d.h. sowohl männliche als auch weibliche Qualitäten.

 

Als männliche Qualitäten gelten:

  • Umsetzen
  • Entscheiden
  • Schützen
  • Handeln
  • Verstand
  • Kontrollieren
  • Fokussieren
  • Strukturieren
  • Kraft und Macht

Als weibliche Qualitäten werden angesehen:

  • Erschaffen
  • Urvertrauen
  • Empfangen
  • Intuition
  • Hingabe und Loslassen
  • Gemeinschaft
  • Kreativität und Inspiration
  • Träumen
  • Genießen und Entspannen

Meiner Ansicht nach zeigt sich gute Führung darin, dass männliche und weibliche Eigenschaften im Gleichgewicht gelebt werden. Je nach Situation braucht es zeitweilig vielleicht mehr klare Entscheidungen und zu anderen Zeiten mehr Urvertrauen und Intuition.

 

Die Welt ist im Wandel und wir müssen uns die Frage stellen, wie wir die anstehenden Transformationsprozesse bewältigen können.

 

In meinen Augen könnte die weibliche Führung dafür richtungsweisend sein. Denn alte Denkweisen und Systeme versagen und wir können uns auf Altbewährtes nicht mehr verlassen.

 

Wie brauchen neue Vorgehensweisen, die von Loslassen, Intuition, Kreativität und Erschaffen geprägt sind. 

Was sagst du: Ist es Zeit für weibliche Führung?


Das war gut? Dann lies mal DAS hier:


Ist Menschlichkeit erlernbar?

Hinterlasse mir gern einen Kommentar.

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Kommentare: 2
  • #1

    Marita Eckmann (Samstag, 12 November 2022 16:13)

    Hallo liebe Susanne,
    Du hast einen sehr spannenden Beitrag geschrieben. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es ein Wachstums- und Entwicklungsweg ist und dass es nicht DEN EINEN Weg gibt, um zu einer guten Führungskraft zu werden. Was meiner Meinung nach sehr wichtig ist (gut, dass Du das erwähnt hast), Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Hinter seinem Team zu stehen. Ich finde es eine wunderbare Aufgabe, wenn das Unternehmen und die Führungskultur zu einem passt.

    Gruß,
    Marita Eckmann

  • #2

    Susanne Kruse (Samstag, 12 November 2022 16:39)

    Herzlichen Dank für deine Rückmeldung, liebe Marita. Es ist wichtig, den für sich passenden Weg der Führung zu wählen, denn gute Führung und Authentizität gehen für mich Hand in Hand.